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  1. Avatar von walli
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    #1

    Standard i5-6600K erfolgreich delidded und repasted

    Hallo zusammen,

    vor einigen Monaten fiel mir auf, dass meine CPU, ein i5-6600K, übermäßig warm wurde und eine recht hohe Temperaturdifferenz zwischen seinen 4 Kernen aufwies. Beim Idlen lag diese bereits bei 13°C (22-35°C), unter Vollast (ich weiss die Art der Last nicht mehr) sogar bei 26°C (48-74°C). Zunächst kontrollierte ich natürlich die Wärmeleitpaste und den Sitz des Kühlers, doch ich konnte nichts Ungewöhnliches feststellen. Dennoch ersetzte ich mal die Arctic MX-4 durch Thermal Grizzly Kryonaut, allerdings ohne Erfolg.

    Die CPU hatte ich vor etwa anderthalb Jahren von einem Kumpel geschenkt bekommen (wobei ich da auch nicht die komplette Vorgeschichte zu kenne) und habe seitdem einen PC aus Spenderteilen und günstigen Komponenten drumherum gebaut. Da sich die Anschaffung einer Ersatz-CPU aufgrund des Alters der Architektur hinsichtlich aktueller Preise bei ebay und Co. natürlich nicht lohnt, sprach ich das Thema mal innerhalb einer kleinen Gruppe an und fragte nach Erfahrungen im Bereich Köpfen und Repasten. Daraufhin vermeldete pschoefer, er besäße passenderweise sogar einen Delid-Die-Mate 2, welchen er mir zur Verfügung stellen würde.

    Ich wartete noch eine Weile ab, aber nachdem das Hitzeproblem gefühlt stetig schlimmer wurde (denn irgendwann fängt auch das Schnaufen des Lüfters an, nervig zu werden), hatte er ihn mir freundlicherweise zugesandt - sogar noch mit Resten seines Hochtemperatursilikons . Ich überlegte erst, ob ich mich mal an Flüssigmetall wagen wollte, aber ich dachte mir, dass die Kryonaut eigentlich völlig ausreichen sollte, denn ich möchte aus der CPU kein Übertaktungswunder machen, sondern einfach nur das Temperaturproblem in den Griff bekommen, und das zu einem möglichst wirtschaftlichen Preis, sprich: so günstig wie möglich .

    Meine temporäre Lösung in den letzten Wochen war, dass ich den Turbo abschaltete und den Takt von 3,5GHz auf 2,8-3,1GHz reduzierte, je nach Anwendungsfall (also je nach zu crunchendem Projekt ). Ein letzter kurzer Test heute mit prime95 hob die Temperatur eines der Kerne bei "Small FFTs" mit AVX2/FMA3 bereits nach 5 Sekunden auf muckelige 100°C, so dass fast instant die thermische Drosselung einsetzte. HWiNFO64 las zur gleichen Zeit auf den anderen Kernen 88°C, 70°C und 60°C aus. 40°C Unterschied zwischen dem kühlsten und wärmsten Kern sind schon eine Hausnummer. Wie gesagt, dieses ungleichmäßige Verhalten bzw. diese Diskrepanz zwischen den Kernen und deren Temperaturen war mir nicht neu, jedoch bisher nicht in diesem Ausmaß vorgekommen - oder zumindest nicht aufgefallen.

    Ich machte mich also heute frohen Mutes ans Werk.

    Zuerst suchte ich mir das betreffende YouTube-Video vom 8auer heraus, der hat das Teil schließlich erfunden ^^. Das Köpfen ging einfach, und als ich dann den Heatspreader entfernte, sah ich auch schon das Dilemma: Die Wärmeleitpaste war so vertrocknet, dass da gar nicht mehr viel Wärmeübertragung stattfinden konnte:

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    Das grobe Entfernen des alten Klebers ging mit einer alten Kreditkarte recht schmerzfrei, weitere feine Reste und auch die Wärmeleitpaste gingen wie üblich mit Küchenrolle (oft besser: Taschentücher), Feuerzeugbenzin und Isopropanol gut und rückstandslos weg. Ein Klecks Kryonaut auf den Die und es folgte der für mich unangenehmste Teil, und zwar das Aufbringen des Silikons auf den Heatspreader - aber gut, alles eine Sache der Erfahrung, und wer sich schon mit den dicken Kartuschen aus dem Baumarkt unwohl fühlt, sollte hier wohl vorher erst ein wenig üben . Aber auch dies klappte einfacher als zunächst befürchtet.

    Danach mussten CPU und Heatspreader mit einer kleinen Schraubzwinge (Teil des Delid-Die-Mate-2-Packs) für etwa 30 Minuten neu verheiratet werden, bevor ich die CPU wieder auf das Board setzen konnte. Hierbei hatte ich vermutlich etwas zuviel Anpressdruck verwendet, auch wenn ich nur handfest anzog. Der Heatspreader hatte sich trotz Arretierungsschablone ein wenig bei mir verdreht, wie man auf folgendem Bild sehen kann:

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    But hey: good is great, perfection is bullshit .

    Und nun die Frage aller Fragen: Lebt die CPU noch? Ja, tut sie! Und die CPU ist temperaturtechnisch ein Traum. Der gleiche prime95-Test, nun bei 3,6GHz (dieses Mal also ohne Taktsenkung und inkl. All-Core-Turbo), und die Kern-Temperaturen pendeln sich bei 54-62°C ein. Ja, ich habe noch immer eine Differenz von einigen Grad, aber aktuell 62°C Max-Temp lässt trotz AVX2/FMA3 und Turbo sogar noch reichlich Spielraum zum Übertakten.

    Ich kann also stolz verkünden: Operation gelungen! Ich bin mehr als zufrieden und freue mich wie ein Schneekönig .

    Ich finde es aber dennoch verwunderlich, dass die Wärmeleitpaste schon sooo am Ende war, obwohl die CPU noch gar nicht sooo alt ist.
    Geändert von walli (17.11.2021 um 03:10 Uhr)

  2. Die folgenden Benutzer haben sich bei walli bedankt für diesen nützlichen Beitrag:

    [ETA]MrSpadge (19.11.2021)

  3. Avatar von pschoefer
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    #2

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    Schön, dass diese Bastelarbeit derart erfolgreich war. Bei meinen i5-8600K und i7-3770K brachte der Wechsel auf Flüssigmetall damals 10-15 Kelvin Verbesserung, allerdings hatten die vorher auch tatsächlich noch Paste unter dem Heatspreader, nicht nur so ein eingetrocknetes Etwas.

    Wie du es hinbekommen hast, den Heatspreader so wieder aufzukleben, ist mir allerdings unklar; in meiner Erinnerung könnte ich ihn wegen der Plastikschablone selbst mit meinen manchmal ungeschickten Hufen nicht anders als parallel zu den Kanten aufsetzen. Aber solange die Halterung vom Sockel noch passt und die Kühlleistung stimmt, ist das ja kein Problem.
    Gruß
    Patrick

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  4. Avatar von No_Name
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    #3

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    Danke für den Bericht

    Das trockene etwas zeigt zumindest, dass die Kritiker damals wie heute nicht unrecht haben.
    MfG No_Name alias trebotuet
    Zitat Zitat von shka Beitrag anzeigen
    PS: Ich gehe davon aus, dass du uns keine der Lösung dienlichen Hinweise aus dem Meldungs-Log verschweigst, nur um den Schwierigkeitsgrad der Lösungsfindung künstlich zu erhöhen.
    Der Rechenknecht . . . . . . . . . Stats . . . . . . . . . Badges

  5. Avatar von walli
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    #4

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    Zitat Zitat von pschoefer Beitrag anzeigen
    Wie du es hinbekommen hast, den Heatspreader so wieder aufzukleben, ist mir allerdings unklar; in meiner Erinnerung könnte ich ihn wegen der Plastikschablone selbst mit meinen manchmal ungeschickten Hufen nicht anders als parallel zu den Kanten aufsetzen.
    Nicht neidisch werden . Vielleicht bekommen die WUs dadurch jetzt auch einen leichten Drall, dass sie stets vor denen der Wingmen zurückgemeldet werden...


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    #5

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    Das schreit jetzt natürlich danach mal die erhöhten Temperaturen bei meinem i7-4771 anzugehen.

    Das ist zwar nicht so krass wie bei walli, aber die Temperaturen sind bei PG doch recht hoch gegenüber einem i7-4790k.

    Wenn ich das angeh,e würde ich allerdings auch Flüssigmetall einsetzen, da das Zeug nicht wieder eintrocknet.

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